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Anklam

Anklam

Fridolin Blumer
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Fridolin Blumer – Kontrabass

Über das Album

Das erste Soloalbum des Schweizer Kontrabassisten und Komponisten Fridolin Blumer ist ein Ausnahmealbum, selbst für den raritätsgetriebenen Katalog von Carpe Diem Records. Als stilistischer Kontrapunkt zu den vielen Alte-Musik-Soloalben des Labels ist "Anklam" ein Soloalbum mit vollständig improvisierter zeitgenössischer Kontrabassmusik, die sich auf die unmittelbare musikalische Kreation im Moment konzentriert, anstatt jahrhundertealte Kompositionen wiederaufleben zu lassen. Fridolin Blumer ist ein Jazzmusiker, der seine gesamte musikalische Laufbahn der Erforschung von Musik jenseits der geschriebenen Partitur und sogar jenseits formaler musikalischer Konzepte gewidmet hat. Sein Stil lässt sich nicht ohne weiteres durch ein konventionelles Musikverständnis bestimmen. Seine Musik ist in erster Linie ein Klang, der sich in der Zeit entwickelt und bewegt, der Strukturen schafft, während er sich durch sie hindurch und an ihnen vorbei bewegt und den Zuhörer auf eine unvorhersehbare Reise in den Gefühls- und Denkprozess des kreativen Geistes mitnimmt.

Seine Musik ist nicht beschreibend, sie versucht nicht, etwas außerhalb ihrer selbst darzustellen, sie erzählt keine andere Geschichte als ihre eigene. Das Album heißt Anklam, einfach weil es dort aufgenommen wurde. Es ist in zwölf Teile aufgeteilt, allein um ihm eine sinnvolle Struktur zu geben. Die Teile sind nummeriert, da sie zusammen eine Art größere musikalische Struktur bilden. Der eigentliche Sinn, die innere Schönheit oder die musikalische Logik bleibt dem Hörer überlassen, um sie zu entdecken, zu hören oder zu fühlen. Fridolin Blumer öffnet einen weiten Raum von Verständnis- und Erkenntnismöglichkeiten, indem er so bodenständig und elementar wie möglich bleibt. Auf diese Weise schafft er ein Klangkunstwerk, das zugleich spirituell und zutiefst menschlich ist.

"Die Linie, die ich mit meinen Füßen auf dem Weg ins Museum ziehe, ist wichtiger und schöner als die Linien, die ich dort an den Wänden aufgehängt finde." (F. Hundertwasser)

Erschienen am:

Katalognummer: CD-16337

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Mehr Infos zum Album

tracklist

Tracklist von "Anklam"

Part I

01. Anklam I 2:08
02. Anklam II 3:07
03. Anklam III 4:32
04. Anklam IV 3:05
05. Anklam V 3:12
06. Anklam VI 3:08
07. Anklam VII 5:34

Part II

08. Anklam VIII 4:55
09. Anklam IX 3:33
10. Anklam X 5:29
11. Anklam XI 3:11
12. Anklam XII 1:17

Total time 43:18

Booklet-Text

Das Abenteuer, Musik zu spielen, besteht für mich darin, zu hören und dadurch die Welt besser zu verstehen, diese intensiv zu spüren sowie unsere Fähigkeit, sie zu erforschen, so weit wie möglich zu erweitern.

Aufgrund meiner Arbeit als freischaffender Bassist im Spannungsfeld zwischen Jazz, Improvisation, Neuer Musik und Pop hat sich in den letzten 20 Jahren ein grosser Pool an musikalischen Erfahrungen aus unterschiedlichen Traditionen in meinem Gedächtnis festgesetzt. Auf diesen Pool greife ich beim Spielen dem inneren Ohr folgend zurück, um Klänge in die Zeit zu setzen. So erzeuge ich musikalische Energie, die schliesslich auf das Publikum überspringt. Diese Energie ist im besten Fall kongruent mit der Energie, die durch Begegnungen, Erkenntnisse, Beobachtungen, Gefühle, Situationen oder Ereignisse im alltäglichen Leben ausgelöst wird, und kann so vielleicht etwas mehr Klarheit in die Geheimnisse der Welt bringen.

Inspiriert zu dieser Arbeitsweise haben mich KünstlerInnen wie Alberto Giacometti, Thomas Bernhard, Patricia Highsmith oder Robby Müller, die durch ihre Arbeit erfahrbar machen, was hinter Stilen, Ideologien oder gängigen Erwartungen verborgen liegt. Einen direkten Einfluss auf mein Spiel haben die grossen Jazzbassisten der 50er- und 60er-Jahre, die mit ihrem Darmsaitenklang zeitlose Musik erschaffen haben.

Die Musik auf diesem Album ist im Moment und an der Grenze zum Unbekannten während einer zweitägigen Aufnahmesession in einem Tonstudio in der Nähe von Anklam an der Ostseeküste entstanden. Dort hat der Tonmeister und Produzent Jonas Niederstadt den Klang meines Basses mit einer emotional und intim klingenden Aufnahme eingefangen. Die Musik präsentiert sich auf seinem Label „Carpe Diem Records“ in einem Kontext von völlig anderen Solo-Aufnahmen, die dennoch irgendwie verwandt sind.
Die Ideen zu den einzelnen Stücken sowie der dramaturgische Ablauf über das Album wurden durch das täglichen Solospiels und bei Solokonzerten im Laufe eines Jahres organisch aus dem musikalischen Alltag in Zürich entwickelt. Bei den Stücken handelt es sich nicht um Kompositionen im herkömmlichen Sinn, sondern in jedem einzelnen werden vier einfache Parameter unterschiedlich gestaltet: Klang/harmonische Struktur, Rhythmik, Dynamik, Dramaturgie. Die Gestaltung dieser Parameter ist teilweise genau vorgegeben oder wird in einem abgesteckten Rahmen oder ganz frei improvisatorisch umgesetzt.

Die Entwicklung meiner Solomusik reicht aber noch weiter zurück, denn ich beschäftige mich eigentlich schon seit jeher damit, als Kontrast oder Gegenpol zu der Musik, die ich im interaktiven Bandkontext spiele: 2003 gab ich im Rahmen meiner Maturitätsarbeit ein erstes Solokonzert. 2015 produzierte ich die Aufnahme „Camping; Café Bar“, die bei „Creative Sources Recording“ erschienen ist und seit 2016 spiele ich regelmässig Solokonzerte. Von 2017 bis 2022 nahm ich jeweils im September ein skizzenhaftes Bass-Solo auf („September Solos“), um mir der Veränderung meiner Wahrnehmung bewusst zu werden, die es mir über das Jahr ermöglichte, neues musikalisches Material sowie neue Klangräume zu finden.

Fridolin Blumer, Juli 2024

Informationen zur Aufnahme

Recorded march 28–29, 2024

Location: Klanghaus am See, Klein Jasedow, Germany
Balance engineer & recording producer: Jonas Niederstadt
Corporate Design: Tim+Tim, timandtim.com
Cover photography: Fridolin Blumer
Booklet photography: Jonas Niederstadt


Produced by Jonas Niederstadt

© 2024 Carpe Diem Records

Presse / Rezensionen